Prof. Harald Riedel:
Systemische Didaktik

Wichtigste Kriterien

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In der folgenden Liste sind ( nur ) die wichtigsten Kriterien aufgeführt, wie sie sich zur Selbst- und Fremdeinschätzung von Unterrichtsplanung und - verwirklichung in Unterrichts-Praktika bewährt haben.

Sie können nicht die Fülle der sich aus den einzelnen Funktionsteilen ergebenden Kriterien und Handlungsanweisungen ersetzen.

 
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PLANEN
 


VERWIRKLICHEN

Unterrichts-Ziel

  • Der Planende hat das Unterrichts-Objekt erst festgelegt, nachdem  er inhaltliche Konkretisierungen in anderen Grundformen und  Komplexitäts-Stufen geprüft und begründet ausgewählt hat.
  • Das Unterrichts-Objekt ist entsprechend seiner Komplexitäts-Stufe durch Strukturierung bzw. Klassifizierung und Detaillierung eindeutig bestimmt.
  • Das Unterrichts-Ziel beschreibt eindeutig den angestrebten Lernzustand und die Qualität des Lernweges (Unterrichts-Objekt, Operation, Lernprozess).
  • Der Lehrende berücksichtigt nach Möglichkeit Vorstellungen der Lernenden hinsichtlich des Unterrichts-Ziels.
  • Der Lehrende macht den Lernenden Entscheidungen einsichtig.

Problemstellung

  • Die Problem- oder Aufgabenstellung ist grundsätzlich geeignet, die Lernenden auf das Unterrichts-Ziel hin zu aktivieren.
  • Die Lernenden haben das Problem verstanden.
  • Die Lernenden sind am Problem interessiert.
  • Der Lehrende bietet den Lernenden angemessene Möglichkeiten, eigene Lösungsvorschläge zu entwickeln.
  • Der Lehrende greift die Lösungsvorschläge der Lernenden im Unterrichtsprozess auf.

Folge der
Operations-Ziele

  • Die Operations-Ziele entsprechen der De-
    taillierung des Unterrichts-Objekts.
  • Die Operations-Ziele berücksichtigen die Stufenfolge der Intern-Operationen.
  • Der Lehrende passt die Operations-Ziele dem beobachtbaren Zustand der Lernen-
    den an. (+)
  • Er hält sich starr an die geplante Folge.(-)
  • Er beachtet die geplante Folge nicht.(-)

Initiation

  • Die Operations-Objekte sind geeignet, die Lernenden ohne unnötige indirekte Initiation zum Operations-Ziel zu führen.
  • Die indirekten Initiationen erfassen alle notwendigen Hinweise zur Organisation des Unterrichts-Prozesses.
  • Der Lehrende verbindet das Operations-Objekt mit den Vorstellungen der Lernenden ( + )
  • Der Lehrende hält sich starr an das geplante Operations-Objekt, obwohl die Lernenden nicht daran in erforderlicher Weise operieren. ( - 
  • Der Lehrende lässt das geplante Operations-Objekt aufgrund der über-raschenden Vorstellungen der Lernendenvöllig außer Acht. ( - )
  • Der Lehrende lässt den Lernenden angemessenen Spielraum für intensive und vielfältige Operationen ( + )
  • Die indirekten Initiationen sind
  • + notwendig / - überflüssig
  • + eindeutig / - ungenau
  • + knapp / - weitschweifig
  • + Aufträge u. echte Fragen / - unechte Fragen
  • + schülerangemessen / - akademisch o. kindisch
  • + akustisch verständlich / - unverständlich.

Interaktion

  • Die geplanten Interaktionen entsprechen Operations-Objekt und Operations-Ziel.
  • Die geplanten Interaktionen begünstigen längerfristige (soziale) Ziele.
  • + Der Lehrende begründet die wichtigsten Maß-nahmen
  • - handelt für die Lernenden scheinbar willkürlich.
  • + Der Lehrende hilft einzelnen Lernen-den
  • - beachtet Schwierigkeiten einzelner Ler-nender nicht.
  • Der Lehrende ist
  • + ermutigend / - entmutigend
  • + freundlich / - unfreundlich
  • + ruhig / - nervös.

Begleitprozesse

  • Auch schwierigere Lernprozesse (Elementen- Relationentransfer) werden eingeplant.
  • Vorhersehbare Begleit-Prozesse werden eingeplant.
  • Der Lehrende greift Ansätze der Lernenden zu schwierigeren Lernprozessen oder Operationen auf und unterstützt sie nach Möglichkeit durch zusätzliche Operations-Objekte.
  • + Der Lehrende nutzt zufällige Lern-
    situationen, um längerfristige (Erziehungs-) Ziele in Form geeigneter Begleit-
    Prozesse zu verfolgen 
  • -  Der Lehrende widmet Begleitprozessen übermäßig Zeit.

Organisation

  • Die organisatorischen Überlegungen gewährleisten die Operation aller Lernender an den Operations-Objekten in der vorgesehenen Interaktion.
  • Die Lernenden sind in der personalen Zusammensetzung zeitlich, räumlich und mengenmäßig so verteilt, daß sie die notwendigen Operationen an den Operations-Objekten bei angemessenem Sozialverhalten vornehmen können.

Lernzustände

  • Die Instrumente zur Aufnahme des Anfangs- und End-Zustands entsprechen dem Unterrichts-Ziel (Äquivalenzen).
  • + Die Lernenden akzeptieren die Aufnahme des Lernzustandes als zweckdienlich
  • - lehnen sie als unnötige Überprüfung ab.

WEITER:    Ausführliche Darstellung von Kriterien und Handlungsanweisungen

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